Änderungen im EBM 2021

In diesem Artikel haben wir umfassende Informationen zu den vom Bewertungsausschuss beschlossenen EBM-Änderungen der vergangenen Monate für Sie zusammengestellt.

Arzt mit Patient
Corona-Testungen des eigenen Praxispersonals 

Im Zuge der Corona-Pandemie sind seit März 2020 verschiedene Testkonzepte zum Virus-Nachweis beschlossen und seither immer wieder an die aktuelle Situation angepasst worden. Wir geben Ihnen nochmals einen kurzen Überblick, was Sie für die Testung Ihres Praxispersonals wissen sollten. 
Das eigene Praxispersonal kann regelmäßig getestet werden. Regelmäßig bedeutet, dass für Praxen die Kosten für bis zu 10 Antigen-Schnelltests pro Mitarbeiter und Monat übernommen werden. Die Abrechnung der Sachkosten pro Test in Höhe von maximal 9 EUR erfolgt über Ihre KV. Bitte achten Sie darauf, dass Sie nur Schnelltests verwenden, die auf der Internetseite des BfArM gelistet sind. 


Videosprechstunde – Portokosten für die AU-Bescheinigung 

Seit Oktober 2020 können Ärzte ihre Patienten per Videosprechstunde krankschreiben. Für die anfallenden Portokosten beim Versand der AU-Bescheinigung hat der Bewertungsausschuss jetzt zwei neue Kostenpauschalen in den EBM aufgenommen:
-    40128  Versand der AU-Bescheinigung 0,81 € 
-    40129  Versand der ärztlichen Bescheinigung für den Bezug von Krankengeld 0,81 € bei Erkrankung eines Kindes (Muster 21) 


Abrechnung NäPa-Besuche

Die NäPa-Hausbesuche sind seit dem 1. Oktober 2020 auch dann abrechnungsfähig, wenn im aktuellen Quartal kein persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt (APK) stattgefunden hat. Jedoch muss im Vorquartal ein Arzt-Patienten-Kontakt stattgefunden haben, zumindest über die Videosprechstunde.


Höhere Vergütung beim Notfalldatenmanagement 

Die Anlage eines Notfalldatensatzes wird seit dem 20. Oktober 2020 höher vergütet. Diese Entscheidung beruht auf dem zeitgleich in Kraft getretenen Patientendatenschutzgesetz (PDSG). Die höhere Vergütung ist auf ein Jahr begrenzt. Möglich ist die Abrechnung jedoch nur mit einem Update auf den E-Health-Konnektor und dem Besitz eines elektronischen Heilberufsausweises (eHBA). 

Der eHBA ist eine Chipkarte im Scheckkarten-Format und dient unter anderem als Sichtausweis. Damit können Sie sich beispielsweise digital ausweisen oder vertrauliche Daten verschlüsseln. Er spielt auch eine tragende Rolle in Bezug auf die elektronische Patientenakte oder das eRezept. Beantragen können Sie den eHBA bei Ihrer zuständigen Ärztekammer.


Onkologie - Tumortherapiefelder bei aggressiven Hirntumoren (NEU im EBM)

Um das Wachstum aggressiver Hirntumore zu verlangsamen, können seit dem 15. November 2020 Tumortherapiefelder (TTF) eingesetzt werden. Diese neue Behandlungsmethode basiert auf elektrischer Wechselspannung und ist konkret für Patienten mit einem neu diagnostizierten Glioblastom vorgesehen. 

Diese EBM-Ziffern können Sie abrechnen:

30310: Indikationsstellung zur Behandlung eines Patienten mit Tumortherapiefeldern (einmalig im Krankheitsfall) 
30311: Zusatzpauschale für Behandlung und/oder Betreuung eines Patienten mit Tumortherapiefeldern 
30312: Zusatzpauschale für Entscheidung über Ausrichtung von Tumortherapiefeldern zur Behandlung des Glioblastoms


Gynäkologie - Früherkennung von Zervixkarzinomen – Abrechnung ab 2021 auf das Kalenderjahr bezogen 

Die Abrechnungsbestimmungen für die Krebsfrüherkennung bei der Frau (GOPs 01760 und 01761) sind angepasst worden. Seit dem 1. Januar beziehen sich die Untersuchungen auf das „Kalenderjahr“ und nicht mehr auf den Krankheitsfall. Diese Anpassung wurde aufgrund der Regelungen in den entsprechenden Richtlinien vorgenommen, in welchen ein jährlicher Anspruch auf eine der beiden Leistungen besteht. Das bedeutet für die Ärzte bei der Abrechnung, dass sie, unabhängig davon ob 4 Quartale verstrichen sind, die Leistung abrechnen können.
 

Orthopädie - Zweitmeinungsverfahren bei Kniegelenksersatz 

Der Katalog für die Indikationen zum Zweitmeinungsverfahren wächst. Seit Januar darf die Zweitmeinung auch bei einem geplanten Kniegelenkersatz angewendet und abgerechnet werden. Dafür kann der indikationsstellende Arzt, für die Aufklärung, Beratung und Befundaushändigung die Ziffer 01645 abrechen, hier mit Zusatz E. 

 


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Kategorie
Ärzte

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