COVID-19: Die wichtigsten GOÄ-Ziffern im Überblick

Welche Ziffern sind während der Pandemie wichtig? Was kann ich abrechnen? Was muss ich beachten? Wir haben die Antworten auf die wichtigsten Fragen GOÄ-Ziffern.

Nr. 245 GOÄ: Berechnung aufwendiger Hygienemaßnahmen

Im Rahmen der COVID-19 Pandemie können Sie erhöhte Hygienemaßnahmen zum 2,3fachen Satz in Höhe von 14,75 Euro abrechnen. Die Abrechnungsempfehlungen gelten vom 05 Mai bis zum 31. Juli 2020.


Für die Abrechnung gelten folgende Bedingungen:

  • Persönlicher Kontakt: Abrechnung bei unmittelbarem persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt möglich 
  • Einmalig: Abrechnung nur einmal je Sitzung
  • Keine Steigerung: Die in derselben Sitzung erbrachten Leistungen dürfen nicht über den Schwellenwert mit der Begründung „gestiegener Hygieneaufwand“ gesteigert werden. Eine Steigerung in derselben Sitzung erbrachten Leistungen über den Schwellenwert ist nur dann zulässig, wenn es Erschwernisgründe dafür gibt. Dazu zählen beispielsweise Blutungen.
  • Keine Pauschalbegründung: Wenn nicht Nr. 245 GOÄ analog berechnet wird und ein erhöhter Hygieneaufwand durch Steigerung der erbrachten Leistungen in Rechnung gestellt wird, ist die Steigerung für jede einzelne Leistung verständlich und nachvollziehbar zu begründen.
  • Nicht berechnungsfähig: Ausgenommen sind Leichenschauen. Erhöhte Aufwände bei besonderen Todesumständen sind unter Umständen nach Nr. 102 berechnungsfähig.
Mehrfachberechnung Nr. 3 GOÄ: Berechnung längerer pandemiebedingter Telefonate

Auch längere Telefonate sind berechnungsfähig. Dafür müssen folgende Grundvoraussetzungen erfüllt sein: 

  • Patient kann Praxis pandemiebedingt nicht aufsuchen bzw. es ist unzumutbar
  • Patient hat keine Möglichkeit, Videos zu übertragen
  • Versorgung kann nicht anderweitig erfolgen (bitte Begründung auf der Rechnung angeben)

Ansonsten gelten für die Abrechnung folgende Hinweise: 

  • Angabe der Dauer: Berechnung je vollendete 10 Minuten. Die Dauer muss in der Rechnung angegeben werden. 
  • Berechnungssatz: Die Berechnung erfolgt zum 2,3fachen Satz.
  • Höchstgrenze: Die Berechnung erfolgt höchstens 4 Mal pro Telefonat, wenn die Grundvoraussetzungen erfüllt sind. Pro Kalendermonat gilt zusätzlich eine Grenze von vier Telefonaten dieser Art.
  • Mehrfachberechnung: Die mehrfache Berechnung ist auf die Fälle begrenzt, die die Grundvoraussetzungen erfüllen und darf nur im Geltungszeitrum bis Ende Juli erfolgen. Nach dem Zeitraum oder, wenn die Grundvoraussetzungen nicht erfüllt sind, gelten die Abrechnungsbestimmungen zur Nr. 3 der aktuellen GOÄ.
 
Bei Fragen zur Abrechnung sind wir für Sie erreichbar:
0711/99373-2100
kundenservice@apotheken-aerzte.de

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Kategorie
Ärzte

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