COVID-19: Neue Beschlüsse veröffentlicht

Aufgrund der steigenden Infektionszahlen gibt es weitere Neuerungen und Beschlüsse rund um die Abrechnung während der Corona-Pandemie. Die Änderungen im Überblick.

Stand: 17.12.2020
 
Die Hygienepauschale wird verlängert

Aufgrund der Entwicklung des aktuellen Infektionsgeschehens haben die Bundesärztekammer (BÄK), der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV-Verband) und die Beihilfekostenträger ihre gemeinsame Analogabrechnungsempfehlung für die Erfüllung aufwändiger Hygienemaßnahmen im Rahmen der COVID-19-Pandemie analog der Nr. 245 GOÄ über den 31.12.2020 hinaus verlängert. Die neue Abrechnungsempfehlung gilt ab dem 01.01.2021 bis zum 31.03.2021 und ist nur bei unmittelbarem, persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt im Rahmen einer ambulanten Behandlung anwendbar.
 

Krankschreibung per Telefon wird verlängert

Befristet vom 19. Oktober 2020 bis zum 31. März 2020 können Patienten, die an leichten Atemwegserkrankungen leiden, wieder per Telefon für bis zu sieben Kalendertage krankgeschrieben werden. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss beschlossen. Eine einmalige Verlängerung der Krankschreibung für weitere sieben Tage kann ebenfalls per Telefon erfolgen. Wichtig ist, dass Sie sich persönlich vom Zustand des Patienten durch eine eingehende telefonische Befragung überzeugen.


Abrechnung telefonischer Beratungen

Vom 17.11.2020 zunächst befristet bis zum 31.12.2020 ist die mehrfache Berechnung der Nr. 3 GOÄ für längere telefonische Beratungen, je vollendete 10 Minuten, möglich. Voraussetzung ist, dass das Aufsuchen des Arztes aufgrund der Pandemie nicht möglich bzw. zumutbar ist, eine Videoübertragung nicht durchgeführt und die Patientenversorgung auf andere Weise nicht gewährleistet werden kann. Die Leistung ist je Sitzung höchstens viermal berechnungsfähig. Je Kalendermonat sind höchstens vier telefonische Beratungen berechnungsfähig. 


COVID-19-Pauschale für D-Ärzte verlängert

Die derzeit geltenden Regelungen für die Berechnung einer Pauschale für die Mehraufwendungen zum Infektionsschutz wurden bis zum 31.12.2020 verlängert. Für jeden Behandlungstag wird zusätzlich zu den Behandlungskosten eine Pauschale in Höhe von vier Euro erstattet.

Alle Fakten im Überblick:
•    Die Pauschale gilt rückwirkend ab 16.03.2020.
•    Die Pauschale kann mit der Bezeichnung „COVID-19 Pauschale“ als Besondere Kosten in der Rechnung für jeden Behandlungstag deklariert werden.
•    Eine Gebührenziffer für die Pauschale gibt es nicht.
•    Die Pauschale gilt nur für Durchgangsärzte und nicht für andere Ärzte, die BG-Fälle behandeln.


Einführung der EBM-Nr. 32779 für Laborärzte

Die EBM-Nr. 32779 (Nachweis von SARS-CoV-2 aus einem Körpermaterial mittels Immunfluoreszenz und/oder mittels Immunoassay mit fotometrischer oder gleichwertiger Messung ‒ 10,80 Euro) wurde neu in den EBM aufgenommen und kann seit dem 01.10.2020 abgerechnet werden. Diese Ziffer können jedoch nur Laborärzte abrechnen.

Ausgeschlossen sind explizit Untersuchungen mittels vorgefertigter Reagenzträger (z. B. immunchromatografische Schnelltests) oder Schnelltests mit vorgefertigten Reagenzzubereitungen (z. B. Latextests).


Abrechnung der EBM-Nr. 02402 bei der Testung symptomatischer Patienten

Bisher durfte die EBM-Nr. 02402 ausschließlich abgerechnet werden, wenn bei einem Patient aufgrund der Meldung „erhöhtes Risiko“ durch die Corona-Warn-App ein Abstrich durchgeführt wurde. Diese Regelung wurde nun erweitert: Die EBM-Nr. 02402 kann seit dem 01.10.2020 auch für den Abstrich bei symptomatischen Patienten und bis zu viermal pro Behandlungsfall abgerechnet werden. Jedoch wurde die Bewertung der Ziffer gesenkt:

Bisher 91 Punkte (10,00 Euro)
Nun 73 Punkte (8,02 Euro)

Die Abrechnung der Nr. 02402 aufgrund einer Meldung „erhöhtes Risiko“ durch die Corona-Warn-App ist nun mit dem Zusatzbuchstaben A zu kennzeichnen.

Obligater Leistungsinhalt
•    Abstrichentnahme(n) aus den oberen Atemwegen (Oropharynx-Abstrich und/oder Nasopharynx-Abstrich (-Spülung oder -Aspirat)).

Fakultativer Leistungsinhalt
•    Gespräch im Zusammenhang mit einer möglichen Testung auf eine beta- Coronavirus SARS-CoV-2 Infektion,
•    Ergebnismitteilung,
•    Ausstellung eines ärztlichen Zeugnisses über das Vorliegen einer Infektion mit SARS-CoV-2.
 
Neben der Nr. 02402 A kann die Versicherten-/Grundpauschale nur noch dann zusätzlich berechnet werden, wenn eine Erkrankung mit kurativer Diagnose vorliegt. Liegt eine solche Erkrankung nicht vor, kann ab sofort als Zuschlag zur Nr. 02402 die neue Nr. 02403 berechnet werden.


Neue EBM-Nr. 02403

Ebenfalls seit dem 01.10.2020 darf der Zuschlag zur Gebührenordnungsposition 02402 einmal pro Behandlungstag abgerechnet werden. Die Bewertung liegt bei 64 Punkten (7,03 Euro). Wie auch die Ziffer 02402, darf die Ziffer 02403 nur viermal pro Behandlungsfall abgerechnet werden. Wenn in demselben Behandlungsfall eine Versicherten-, Grund- und/oder Konsiliarpauschale abgerechnet wird, ist die Nr. 02403 nicht berechnungsfähig.


Nachweisfrist der Fortbildungsverpflichtung verlängert

Da wegen der Corona-Pandemie Fortbildungsveranstaltungen, Kongresse und Qualitätszirkelsitzungen ausfallen, wurde die Frist zum Nachweis der erforderlichen 250 Fortbildungspunkte bis zum 31.12.2020 verlängert.


Quellen: www.iww.dewww.kbv.de


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Kategorie
Ärzte

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