Der ADKA-Jahreskongress ist der wichtigste Branchentreff für Krankenhausapotheker im deutschsprachigen Raum. Dieses Jahr findet er vom 11. bis 13. Juni in Düsseldorf statt. Das diesjährige Motto lautet "Zukunft der Arzneimitteltherapiesicherheit – Junge Ideen für die Krankenhauspharmazie".
AÄA Dr. Güldener ist wie jedes Jahr einer der Hauptsponsoren. An unserem Stand C-11 in Halle 1 im CCD Congress Center Düsseldorf freut sich das Vertriebsteam Felix Stiller, Joline Buse und Michael Jung darauf, unsere Dienstleistungen rund um die Rezeptabrechnung und die Taxierungssoftware ZytoTax vorzustellen. Besuchen Sie auch unser Satelliten-Symposium "Wie eine moderne Taxierungssoftware die Effizienz der Arbeitsprozesse verbessert" am 11. Juni um 15:15 Uhr in Raum 16a sowie den Industrierundgang "Innovationen in der Krankenhauspharmazie" - mehr Informationen hier.
Wir haben ADKA-Geschäftsführer Christopher Jürgens gefragt, welche Herausforderungen für Klinikapotheken besonders drängend sind und wie sie sich meistern lassen.
Auf welche Specials oder neue Formate dürfen sich die Besucher des ADKA-Jahreskongresses dieses Jahr in Düsseldorf freuen?
Ich freue mich sehr, dass wir den Kongress in diesem Jahr erneut mit neuen Formaten wie dem "Science Slam" weiterentwickeln konnten. Uns war wichtig, den fachlichen Austausch noch interaktiver und praxisnäher zu gestalten. Deshalb setzen wir stärker auf Diskussionsformate, Fallbeispiele aus dem Klinikalltag und Workshops mit direktem Anwendungsbezug.
Besonders spannend werden die interprofessionelle Sessions gemeinsam mit anderen Berufsgruppen aus Medizin, Pflege und IT, denn fast alle Herausforderungen lassen sich nur gemeinsam lösen.
Ein weiteres Highlight sind auch in diesem Jahr unsere renommierten Keynote-Speaker. Mit diesen Vorträgen möchten wir bewusst über den Tellerrand hinausblicken und Impulse aus anderen Bereichen aufnehmen – etwa zu gesellschaftlichem Wandel und systemischer Verantwortung im Gesundheitswesen, zu resilienter Arzneimittelversorgung in geopolitischen Spannungsfeldern und zu Chancen und Herausforderungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz. Gerade dieser Blick von außen eröffnet häufig neue Perspektiven für unseren eigenen Arbeitsalltag.
Dafür schaffen wir bewusst niedrigschwellige Networking-Formate und Möglichkeiten zum persönlichen Austausch. Der ADKA-Jahreskongress soll nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch Inspiration und Motivation für die tägliche Arbeit in den Krankenhausapotheken geben.
Im Gesundheitswesen herrschen vielerorts Fachkräftemangel und Ressourcenknappheit. Wie nehmen Sie die Situation in den Klinikapotheken wahr?
Die Situation ist auch in den Klinikapotheken deutlich spürbar. Viele Häuser haben Schwierigkeiten, qualifiziertes pharmazeutisches Personal zu gewinnen und langfristig zu binden. Gleichzeitig steigen die Anforderungen kontinuierlich. Insbesondere durch Lieferengpässe, regulatorische Anforderungen und zusätzliche Dokumentationspflichten verschärft sich die Situation zusätzlich. Erfreulicherweise sind Krankenhausapotheken heute viel stärker in klinische Prozesse eingebunden als vor mehreren Jahren. Das ist fachlich und im Sinne der Patientensicherheit absolut richtig. Ich erlebe die Kolleginnen und Kollegen als außerordentlich engagiert und lösungsorientiert. Die Krankenhauspharmazie ist ein sehr attraktives und sinnstiftendes Arbeitsfeld, was sich auch an der Vielzahlahl der jungen neuen Mitglieder in unserem Verband widerspiegelt. Diese Attraktivität möchten wir künftig noch sichtbarer machen.
Was muss an den Rahmenbedingungen geändert werden, um die Situation zu verbessern?
Wir brauchen vor allem verlässliche Rahmenbedingungen und eine stärkere politische Anerkennung der Leistungen von Krankenhausapotheken. Dazu gehört aus meiner Sicht erstens eine bessere personelle Ausstattung, die sich an den tatsächlichen Versorgungsaufgaben orientiert. Zweitens benötigen wir eine gezielte Berücksichtigung von Krankenhausapotheken bei der Krankenhausplanung. Das betrifft sowohl den Betrieb einer Krankenhausapotheke als solches als auch den flächendeckenden Einsatz von Stationsapothekerinnen und Stationsapothekern. Drittens müssen bürokratische Belastungen reduziert werden, damit sich pharmazeutische Fachkräfte stärker auf die Versorgungsaufgaben und klinisch-pharmazeutischen Tätigkeiten konzentrieren können.
Außerdem halte ich es für wichtig, die Weiterbildung und Spezialisierung weiter zu stärken. Die Anforderungen an Krankenhausapothekerinnen und -apotheker werden zunehmend komplexer – etwa in der Onkologie, Intensivmedizin, Pädiatrie oder im Bereich der antiinfektiven Therapie. Dafür brauchen wir attraktive Entwicklungsperspektiven.
Die Digitalisierung kann maßgeblich dazu beitragen, Prozesse in Klinikapotheken effizienter zu machen und die Teams zu entlasten. Dieses Ziel verfolgt auch AÄA Dr. Güldener mit seiner Taxierungssoftware ZytoTax. Wie wichtig sind solche digitalen Lösungen – heute und in Zukunft?
Solche spezialisierten digitalen Lösungen werden in Zukunft eine immer wichtigere Rolle spielen. Gerade in hochkomplexen Bereichen wie der Zytostatikaversorgung sind Effizienz, Transparenz und Prozesssicherheit entscheidend. Digitale Systeme können helfen, manuelle Arbeitsschritte zu reduzieren, Abrechnungsprozesse zu standardisieren und Fehlerquellen zu minimieren. Gleichzeitig schaffen sie mehr Transparenz über Ressourcen, Kosten und Abläufe.
Auch Versorgungsmodelle, in denen telepharmazeutische Konzepte zum Tragen kommen, werden künftig an Bedeutung gewinnen. Gerade in Zeiten von Fachkräfterückgängen und zunehmender Spezialisierung kann die Telepharmazie helfen, pharmazeutische Expertise standortübergreifend verfügbar zu machen.
Ich sehe darin einen wichtigen Baustein, um Mitarbeitende zu entlasten und gleichzeitig die Qualität der Versorgung weiter zu verbessern. Entscheidend ist dabei, dass die Systeme praxistauglich sind und sich gut in bestehende Krankenhaus- und Apothekenprozesse integrieren lassen.
Stichwort Künstliche Intelligenz: Wo sehen Sie das größte Potenzial für den Einsatz von KI in Klinikapotheken? Wo lauern Gefahren?
Künstliche Intelligenz hat bereits und wird in Zukunft das Gesundheitswesen insgesamt massiv verändern – und damit natürlich auch die Krankenhauspharmazie. Wir sehen schon heute, dass KI in vielen Bereichen des Krankenhauses Einzug hält, beispielsweise bei Diagnostik, Dokumentation, Prozesssteuerung oder der Analyse großer Datenmengen. Für Kliniken bietet das enorme Chancen, um Abläufe effizienter zu gestalten, Fachpersonal zu entlasten und die Patientenversorgung weiter zu verbessern.
Auch für die Krankenhausapotheken sehe ich großes Potenzial. Besonders spannend sind Anwendungen in der Analyse komplexer Medikationsdaten, bei klinischen Entscheidungsunterstützungssystemen oder im Management von Arzneimitteltherapien und Lieferengpässen. KI kann helfen, Risiken frühzeitig zu erkennen, Wechselwirkungen besser zu analysieren oder Prozesse intelligenter zu steuern.
Gleichzeitig müssen wir die Entwicklung mit Augenmaß begleiten. KI-Systeme sind immer nur so gut wie die Daten, auf denen sie basieren. Fehlinterpretationen, mangelnde Transparenz von Algorithmen oder unzureichende Validierung können gerade in einem sicherheitskritischen Bereich wie der Arzneimitteltherapie problematisch sein. Deshalb bleibt die pharmazeutische Expertise des Menschen unverzichtbar. KI kann unterstützen, aber sie wird die fachliche Verantwortung nicht ersetzen.
Als ADKA beschäftigen wir uns intensiv mit diesem Thema und richten aktuell eine eigene Projektgruppe zum Thema Künstliche Intelligenz in der Krankenhauspharmazie ein. Ziel ist es, Chancen und Risiken frühzeitig zu bewerten, konkrete Anwendungsfelder zu identifizieren und unsere Mitglieder bei der verantwortungsvollen Implementierung solcher Technologien zu unterstützen.