COVID-19: Was muss beachtet werden?

COVID-19, besser bekannt als Corona-Virus, führt momentan nicht nur zu abgesagten Messen, sondern zu vielen Fragen. Wir haben alles Wichtige für Ihre Praxis gesammelt und aktualisieren laufend.

Verordnungs-Erleichterungen für Ärzte im Überblick:
  • Neue Arzneimittelverordnungen auch nach telefonischer Anamnese.
  • Folgeverordnungen für häusliche Krankenpflege, für zum Gebrauch bestimmte Hilfsmittel, Krankentransporte und Krankenfahrten sowie Heilmittel nach telefonischer Anamnese.
  • Krankentransportfahrten zu nicht aufschiebbaren, zwingend notwendigen ambulanten Behandlungen von nachweislich an COVID-19 Erkrankten oder von Versicherten, die aufgrund einer behördlichen Anordnung unter Quarantäne stehen, ohne vorherige GenehmigunVerlängert bis Ende Juni wurden folgende Erleichterungen:

Folgende Erleichterungen wurden vom G-BA nicht verlängert und endeten am 31.05.2020:

  • Erstverordnung für die häusliche Krankenpflege nach individuellem Bedarf auch für längere Zeiträume als 14 Tage.
  • Erweiterung der Fristen für die Verordnung von Fahrten zu einer vor- oder nachstationären Behandlung.
Welche Veranstaltungen und Messen sind momentan von Absagen und Verschiebungen betroffen? 

Folgende Messen sind bisher abgesagt oder verschoben worden: 

  • AAD - Augenärztliche Akademie: abgesagt
  • DGIM-Kongress: abgesagt
  • VSOU-Jahrestagung: abgesagt
  • Kongress Pneumologische Versorgung: abgesagt
  • HNO-Jahresversammlung: abgesagt
  • DOC-Kongress: abgesagt
  • DGP - Deutsche Gesellschaft für Pneumologie: abgesagt
  • Allergologie im Kloster: verschoben auf 21.-22.08.2020
Wann darf ich einen Patienten testen?

Die KBV hat zum 27. Februar 2020 mit dem GKV-Spitzenverband die Ausweitung der Indikationskriterien zur Testung auf eine SARS-CoV-2-Infektion vertraglich vereinbart. Danach liegt die Entscheidung, ob ein Patient getestet wird, beim Arzt. Als Orientierungshilfe dient Ihnen das Schema des RKI zur Verdachtsabklärung, das auf der RKI-Internetseite zu finden ist. Die Kosten für den Labortest werden von den Krankenkassen übernommen, wenn Sie den Test für medizinisch sinnvoll erachtet.
(Quelle: www.kbv.de)

Darf ich einen Patienten per Telefon krankschreiben?

Nein, das ist seit dem 01. Juni 2020 nicht mehr möglich. Auch Versicherte mit Erkrankungen der oberen Atemwege, die keine schwere Symptomatik aufweisen, müssen wieder körperlich untersucht werden. Eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung am Telefon darf nicht mehr ausgestellt werden.

(Quelle: IWW-Institut)

Wie kodiere ich COVID-19 Behandlungsfälle?

Seit dem 01.04.2020 gilt:

  • U07.1 ! COVID-19, Virus nachgewiesen: ist für COVID-19-Fälle vorgesehen, bei denen SARS-CoV-2 durch einen Labortest nachgewiesen wurde. 
  • U07.2 ! COVID-19, Virus nicht nachgewiesen: ist für COVID-19-Fälle vorgesehen, bei denen SARS-CoV-2 nicht durch einen Labortest nachgewiesen werden konnte, die Infektion jedoch nach den Kriterien des Robert Koch-Institutes (RKI) vorliegt.

(Quelle: www.kbv.de)

Das Robert-Koch Institut hat die Indikationskriterien erweitert – es gibt einen neuen Code:

U99.0! Dieser Code ist anzugeben, wenn ein Test ohne Infektionsverdacht erfolgte und das Ergebnis negativ ist. Es handelt sich ‒ wie bei den weiteren „Corona-Codes“ U07.1! und U07.2! ‒ um einen Zusatzcode, der eine Primärdiagnose erfordert.

(Quelle: IWW-Institut)

Wie rechne ich Labortests nach EBM ab?

Der Labortest auf SARS-CoV-2 kann von Fachärzten für Laboratoriumsmedizin oder von Fachärzten für Mikrobiologie durchgeführt und berechnet werden. Hierfür wurde am 1. Februar 2020 die neue Gebührenordnungsposition 32816 in den EBM aufgenommen:
GOP 32816 - Nukleinsäurenachweis des beta-Coronavirus SARS-CoV-2 mittels RT- PCR einschließlich eines Bestätigungstestes bei Reaktivität im Suchtest.
(Befundmitteilung innerhalb von 24 Stunden nach Materialeinsendung)

Wichtig: Zum Nachweis des neuartigen Coronavirus werden aktuell immer wieder „Schnelltests“ auf dem Markt angeboten und beworben. Diese Tests liefern jedoch kein zuverlässiges Ergebnis und ersetzen nicht den Erregernachweis durch einen PCR-Test aus einem Abstrich. Ein „Schnelltest“ wird nicht von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. 

(Quelle: www.kbv.de)

Was hat es mit der extrabudgetären Vergütung auf sich?

Alle ärztlichen Leistungen, die aufgrund des klinischen Verdachts auf eine Infektion oder einer nachgewiesenen Infektion mit SARS-CoV-2 erforderlich sind, werden seit dem 1. Februar extrabudgetär vergütet. Wichtig ist, dass Sie diese Fälle mit der hierfür geschaffenen Kennnummer 88240 in der Abrechnung kennzeichnen. Wenn Sie eine(n) GKV-Versicherte(n) behandeln, bei der/dem ein klinischer Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus besteht oder bei der/dem eine Infektion mit dem SARS-CoV-2 nachgewiesen wurde, tragen Sie bitte zusätzlich zu den von Ihnen in diesem Zusammenhang durchgeführten Leistungen die Kennnummer 88240 "Kennzeichnung bei Verdacht oder nachgewiesener Infektion mit dem beta-Coronavirus SARS-CoV-2" in Ihre Abrechnung ein (Feld 5001 „GNR“).
(Quelle: www.kbv.de)

Wie rechne ich Labortests nach GOÄ ab?

Die Berechnung der Leistungen bei einer PCR-Analyse sieht bei Privatpatienten aktuell so aus:

Nr. 4780 GOÄ (Isolierung von Nukleinsäuren; 900 Punkte; 60,33 Euro [Faktor 1,15]),
Nr. 4782 GOÄ (Enzymatische Transkription von RNA mittels reverser Transkriptase; 500 Punkte; 33,52 Euro)
Nr. 4783 GOÄ (Amplifikation von Nukleinsäuren oder Nuklein-säurefragmenten mit Polymerasekettenreaktion [PCR]; 500 Punkte; 33,52 Euro) oder
Nr. 4785 GOÄ (MIV-Labor/Identifizierung von Nukleinsäurefragmenten durch Hybridisierung mit radioaktiv oder nicht-radioaktiv markierten Sonden und nachfolgender Detektion, je Sonde; 300 Punkte; 20,11 Euro).

(Quelle: www.iww.de)

Wie rechne ich Schnelltests nach GOÄ ab?

Zum Nachweis des neuartigen Coronavirus werden aktuell immer wieder „Schnelltests“ auf dem Markt angeboten und beworben. Diese Tests liefern jedoch kein zuverlässiges Ergebnis und ersetzen nicht den Erregernachweis durch einen PCR-Test aus einem Abstrich. Ein „Schnelltest“ wird nicht von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. 

Es gibt die Möglichkeit, mit der Nr. 4636 GOÄ (Lichtmikroskopische Untersuchung zum Nachweis von Viren) abzurechnen. Mit dem 1,15(bzw. 1,3)-fachen Satz ergibt sich anschließend ein Betrag von 19,44 (bzw. 21,97) Euro. Da der Einkaufspreis eines solchen Schnelltests aktuell bei etwa zwölf Euro liegt, liegt die Gewinnspanne in einem guten Verhältnis.

Eine andere Möglichkeit ist die Abrechnung mit der Nr. 4644 GOÄ. Sie wird beispielsweise für Influenza-Schnelltests verwendet. Das Honorar fällt hier jedoch mit 16,76 Euro (bei einem Faktor von 1,15) ein wenig niedriger aus.

(Quelle: www.iww.de)
 

 

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Ärzte

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