EBM-Reform ab dem 01.04.2020 gültig

Nein, das ist kein Aprilscherz: Nach jahrelangen Verhandlungen haben sich der KBV und der GKV-Spitzenverband auf eine EBM-Reform geeinigt. Diese ist ab dem 1.04.2020 gültig.

Bereits 2012 wurde eine Weiterentwicklung des EBM festgelegt. Zusätzlich machte das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) der KBV zur Auflage, technische Leistungen zu überprüfen und auf betriebswirtschaftlicher Basis anzupassen. Das so frei werdende Honorarvolumen soll der sprechenden Medizin zugutekommen. Am 11.12.2019 kam es zu einer Einigung zwischen der KBV und dem GKV-Spitzenverband. Und man muss sagen, dass es sich eher um eine kleine Reform handelt, da diese ohne zusätzliches Geld gestaltet werden sollte. Aus genau dem Grund kam es bisher beispielsweise zu keiner Prüfung der Hausbesuche, dies soll kommendes Jahr zwischen den Krankenkassen und der KBV separat verhandelt werden.

Folgendes wird sich zum 01.04.2020 ändern:

Strukturelle Änderungen
Zum einen stehen strukturelle Änderungen an. Dabei bleibt der Grundaufbau des EBM unverändert. Der EBM wird lediglich angepasst, indem beispielsweise Reglungen konkretisiert werden. Das hat zur Folge, dass verschiedene Leistungen inhaltlich erweitert, Berechnungsausschlüsse überarbeitet und Sachkostenregelungen angepasst werden.

Betriebswirtschaftliche Kalkulationsgrundlage
Des Weiteren soll es eine bessere Honorargerechtigkeit zwischen und innerhalb der Arztgruppen durch eine Neubewertung der Leistungen geben. So können Sie besser wirtschaften und sich besser an den Bedürfnissen Ihrer Patienten orientieren. Die Bewertung der Leistungen erfolgt wie gewohnt auf Grundlage des Standardbewertungssystems (StaBS). Dieses System wurde in drei Punkten angepasst:

•    Aktualisierung des kalkulatorischen Arztlohns (von ca. 105.000 Euro auf ca.117.000 Euro, auf Basis der Steigerungswerte des Orientierungswertes der vergangenen Jahre)
•    Aktualisierung der Praxiskosten auf Basis der Kostenstrukturstatistik des Statistischen Bundesamtes
•    Kalkulationszeiten der einzelnen Leistungen 

Anpassung der Kalkulations- und Prüfzeiten    
Hintergrund für diese Anpassungen war eine Überprüfung der Zeitansätze der Leistungen im EBM. Dabei wurden die tatsächliche Arbeitszeit und die kalkulierte Zeit gegenübergestellt. Das Ergebnis zeigte, dass die abgerechneten Zeiten fast doppelt so hoch waren wie die Jahresarbeitszeit. Die im Anhang 3 des EBM verwendeten Kalkulationszeiten waren also viel zu hoch angesetzt. Das Resultat: Eine medizinische Plausibilisierung der Zeitansätze fand statt. Nun werden die Zeiten um etwa 30 Prozent gesenkt, ohne dass man von Verlusten bei der Vergütung ausgehen muss.  Ausnahmen bilden Leistungen mit einer festen Taktung, wie beispielsweise Gesprächsleistungen.

Weitere Informationen und den neuen EBM finden Sie hier.

Infos zum Artikel


Kategorie
Ärzte

Ihr persönlicher Ansprechpartner

Sie wünschen ein Beratungsgespräch, ein individuelles Angebot oder weiterführende Informationen? Felix Stiller ist gerne für Sie da!

0711 99 373-2100     E-Mail schreiben